Corona-Krise (Rundschreiben vom 25.06.20)

Mitglieder und Interessenten

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

die „Corona“-Krise ist nicht mehr neu, wirft aber immer größere Schatten. Sie tangiert und verändert alle unsere gesellschaftlichen und persönlichen Lebensbereiche.
Gewohnheiten werden zu Ausnahmen, normale Verhältnisse zu sonderrechtlichen Zuständen. Das wirtschaftliche Fundament wurde beschädigt und muss unter großen Anstrengungen wieder repariert werden, bevor noch mehr zusammenbricht. Viele Unternehmen und Selbständige stehen unverschuldet vor der Insolvenz oder mittendrin.
Verwaltungen, Schulen und Universitäten arbeiten derweil im Homeoffice. Und die Gefahr, irgendwann und irgendwo vom eigenwillig vagabundierenden „SARS-CoV 2“ unbemerkt aerosolisiert zu werden, lauert überall.
In vielen Ländern, in denen es keine ausreichend guten sozialen Sicherungssysteme gibt, ist die Angst vor existentiellen Sorgen, ja vor eine totalen Verarmung inzwischen größer als vor dem feindlichen Virus.

Als Deutsch-Israelischer Städtepartnerschaftsverein „Freundeskreis Be’er Sheva“ mussten wir auch alle geplanten Zusammenkünfte, Versammlungen, Exkursionen u. a. m. absagen bzw. stornieren. Die Rückabwicklungen der unterschiedlichen Projekte waren und sind oft aufwendiger als ihre Vorbereitungen.

Die für 2020 vorgesehene Exkursion nach „Florenz/Siena“ ist um ein Jahr verschoben worden. Auch die Israelreise, die im November d. J. stattfinden sollte, wurde vorsichtshalber auf die „Warteliste“ des FKBS-Programms 2021 gesetzt. Unsere jährliche Hauptversammlung und viele andere, teilweise schon veröffentlichte Veranstaltungen konnten wegen „Corona“-bedingter Schutzvorschriften nicht stattfinden.
Soweit sie wichtig sind, werden alle Aktivitäten und Zusammenkünfte nachgeholt. Dazu folgen zeitnah weitere Mitteilungen.

Sowie bei uns und anderswo in der Welt treibt das Virus auch im Nahen Osten sein Unwesen. In Israel, wo man aufgrund strikter Verhaltensvorgaben noch vor kurzem auf eine Eindämmung der Pandemie hoffte, ist man um eine neue Infektionswelle sehr besorgt. Nach vorliegenden inländischen Informationen sind die Verursacher nicht selten bestimmte gesellschaftliche Gruppen, welche die Schutzmaßnahmen ignorieren oder gar missachten.

In unserer Partnerstadt bleiben sowohl die Ben-Gurion-Universität (BGU) für sämtliche institutionellen Präsenz-Ereignisse, Colloquien und Seminare, als auch die städtische Verwaltung für den normalen Publikumsverkehr bis auf weiteres geschlossen. Alle Gymnasien (High Schools) und Gesamtschulen (Comprehensive Schools) stellen nach kurzer Öffnungszeit in der nächsten Woche ihren Betrieb wieder ein. Die kommunalen Kindergärten sind schon länger nicht mehr geöffnet. Nur die privaten Einrichtungen bieten noch ihre Dienste an. Wie lange dies so sein wird, ist ungewiss.

Die Lage in der Region ist angespannt. Das Auswärtige Amt und die israelische Regierung raten gegenwärtig vor nicht notwendigen Reisen nach Israel und ins Westjordanland ab. Für Reisen in den Gaza-Streifen sowie in die angrenzenden Gebiete zu Syrien und Libanon besteht eine dringende Reisewarnung.
Nach wie vor ist Israel, besonders in der Zeit der aktuellen „Corona“-Krise und nach den erneuten, gerade erfolgten Anschlägen auf Einrichtungen und Personen im öffentlichen Raum, u. a. in Ostjerusalem, und dem Raketen-Beschuss in den letzten Tagen, erklärtes Ziel islamistischer Terroristen.
Die Bedrohungslage, gerade für grenznahe Städte und Gemeinden wie Be’er Sheva, ist anhaltend und konkret.

Es bedrückt uns zutiefst, dass sich unsere jüdischen Freunde - und wir! - wieder mit einer zunehmenden Welle von unverhohlenem, erschreckendem Antisemitismus konfrontiert sehen. Unser Protest gegen diesen Hass, Extremismus, Rassismus und die damit verbundene Menschenverachtung darf zu keinem Zeitpunkt nachlassen!

Selbstverständlich verfolgen wir mit großem Interesse auch die politische Entwicklung in Israel und im gesamten Nahen Osten. Über wichtige Geschehnisse und Vorgänge, u. a. mit Bezug auf Be’er Sheva, werden wir berichten.
Herzlichen Gruß vom gesamten Vorstandes, verbunden mit dem Wunsch, dass Sie gesund und bewahrt bleiben!
Shalom
Arno Gerlach

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