Rundschreiben von 14.04.13

Mitglieder und Interessenten

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde,

die aktuellen Sorgen und Diskussionen über das irrationale, kriegerische Zündeln des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un am heimischen Pulverfass verdeckt beinahe die humanitäre Katastrophe, der in Syrien weiterhin fast täglich 1000 Menschen zum Opfer fallen.

In jedem Augenblick und an jedem Ort kann das Leben eines jeden Bürgers, der in Aleppo, in Damaskus, in Homs oder anderswo im Lande verzweifelt nach Schutz sucht, durch Heckenschützen ausgelöscht sein. Sowohl die Soldaten des Assad-Regimes als auch die Rebellen der vielen unterschiedlichen, meist gegeneinander kämpfenden islamistischen Gruppierungen unterbinden selbst in sich auftürmenden Trümmerfeldern jeden Versuch, auch nur den Hauch einer „Normalität“ aufkommen zu lassen.

In Ägypten reißt der Protest gegen den neuen Machthaber Muhammed Mursi nicht ab. Noch vor wenigen Tagen beförderte er einige seiner Militärs, denen schwere Folterungen vorgeworfen werden, in höhere Ränge. Zerstörerische und tödliche Angriffe auf Minderheiten, vor allem auf christliche Gemeinden, werden ignoriert oder rechtswidrig zugelassen.

Den Rücktritt des palästinensischen Regierungschefs Salam Fajad betrachtet die Fatah als politischen Erfolg. Für sie war er gegenüber den USA und Israel zu kompromissbereit und zu freundlich gesonnen. Doch war gerade er eine Art Garantie für die umfassenden finanziellen Unterstützungen der Autonomieregierung durch den Westen. Ist Präsident Mohamed Abbas nun tatsächlich nur noch eine Marionette der palästinensischen Hardliner?

Im Irak übertrifft fast jeder neue Bombenanschlag das Ausmaß von Zerstörungen, Toten und Schwerverletzten des vorangegangenen. Der eskalierende Kampf zwischen Schiiten und Sunniten fordert dort ein kaum noch beschreibbares Blutvergießen. Und die Lage in Lybien und Tunesien ist alles andere als stabil.

Wie wirken sich die bedrohlichen Entwicklungen und die ideologisch aufgeheizten Unruheherde in der gesamten Nahostregion auf die Lage Israels aus? Solche Fragen beschäftigen nicht nur die israelische Regierung, sondern auch die Bürger in unserer Partnerstadt und Umgebung, die schon viele Jahre mit Terrorakten und Raketenangriffen leben müssen.

Bei der nächsten Veranstaltung des Freundeskreis Beer Sheva e. V. haben wir die seltene Gelegenheit, zwei Fachleute zu hören und zu befragen, die mit der aktuellen Entwicklung im nordafrikanischen Raum und mit den politischen Verhältnissen in der Nahostregion und der arabischen Welt sehr vertraut sind und aus eigener Beobachtung aus den Krisengebieten berichten:

Daniel Gerlach (Journalist, Historiker, Orientalist und Islamwissenschaftler) und Marcel Mettelsiefen (Foto- Journalist und TV-Reporter). Wir laden Sie herzlich ein zur öffentlichen.

FKBS-Veranstaltung (zugleich Mitgliederversammlung) am Dienstag, den 23. April 2013, um 19:00 Uhr,
im Tagungsraum der Bergischen Synagoge, Gemarker Str. 15, 42275 Wuppertal.
"Bedroht der Arabische Frühling die Sicherheit Israels?"

Referenten:
Daniel Gerlach (Journalist, Herausg. u. Chefredakteur d. Zeitschrift „zenith“ / Berlin), Marcel Mettelsiefen (TV-Reporter u. Mitherausg. d. Zeitschrift „zenith“ / Berlin).

Bitte, merken Sie sich den Termin der Veranstaltung vor, kommen Sie selber und bringen Sie Interessierte mit! Herzlichen Gruß, auch im Namen des Vorstandes, und Shalom;

Arno Gerlach

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